Geschichte des Hauses


Das erstmals 1960 als Kino „Gérard Philipe“ in Verehrung für den französischen Schauspieler eröffnete Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich: (Grenz-)Kino, sozialistisches Kulturhaus, Kultureinrichtung mit „cabaret philipe“, Jugendklub. Am 17. April 1995 fand das alte Haus ein trauriges Ende, als es von Rechtsradikalen in Brand gesetzt wurde und bis auf die Grundmauern niederbrannte. Schon im Juli 1995 beschloß das Bezirksamt auf Initiative des Treptower Jugendstadtrates Joachim Stahr, den Neuaufbau des Klubs „Gérard Philipe“ als multifunktionale Einrichtung mit Stadtbibliothek, Jugendeinrichtung und Seniorenfreizeitstätte. Nach Entwurf der Architekten Stubendorf/Stephanowski wurde im Mai 1997 mit dem Neubau begonnen und im Herbst 1999 das Haus mit einem großen Kiezfest eingeweiht. Das Haus bietet mit einem erweiterten Nutzungskonzept, Raum für eine Stadtteilbibliothek, eine Seniorenfreizeitstätte und einen Jugendbereich, der mit einem Jugendkunst- und Begegnungszentrum einen neuen Akzent bekommt.

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Namensgeber Gérard Philipe

Gérard Philipe gehört zu den geheimnisvollsten Schauspielern des französischen Films. Durch seinen frühen Tod wurde der zu Lebzeiten bereits Kultstatus genießende Künstler zur Legende. Wenn er in der Öffentlichkeit erschien, wurde er sofort umringt, gefeiert und vergöttert. Als romantischer Held lag ihm das Publikum zu Füßen und war ein Idol seiner Zeit wie James Dean oder Elvis Presley.

Geboren wurde Gérard Philipe 1922 als Sohn eines Hoteliers in Cannes. Zunächst studierte er in Paris Medizin, um später als Arzt in den Kolonien zu arbeiten. Doch seinem Vater missfiel dieser Gedanke und Gérard Philipe fing an Jura zu studieren. Bei einem Wohltätigkeitsfest wurde er von Marc Allègret entdeckt und mit einer kleinen Rolle im Film „Les petites du quai aux fleurs“ (44) bedacht.

Der Schauspieler Claude Dauphin wurde sein Lehrer und mit dem Engagement für „Sodom und Gomorrah „ als Engel schaffte Gérard Philipe den Durchbruch und wurde auf der Bühne und im Kino ein Star.

In den 50er Jahren erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere. Filme wie „La ronde – Der Reigen“ (50), „Les belles de nuit – Die Schönen der Nacht“ (52) und „Monsieur Ripois“ (54) boten ihm dankbare Rollen. Mit dem Film „Les orgueilleux – Die Hochmütigen“ (53) wurden Philipe und Michèle Morgan zum französischen Filmtraumpaar.

Das Geheimnis seines Erfolges ist schwer zu erklären. Die einen nannten ihn „Liebling der Götter“, andere beschrieben ihn als begnadeten Schauspieler. Selbst seine politischen Ansichten, seine Vorliebe für den russischen Film, sein Versuch, eine französisch-chinesische Produktion zu realisieren und seine Zusammenarbeit mit der DEFA schadeten seiner Karriere nicht im geringsten. Er übte auch etliche Jahre bis zu seinem frühen Tod die Funktion des Präsidenten der französischen Schauspielergewerkschaft aus.

Am 25. November 1959 verstarb Gérard Philipe in Paris an den Folgen von Leberkrebs. Der Film „La fièvre monte à El Pao – Für ihn verkaufe ich mich“ von Luis Buñuel konnte noch rechtzeitig abgedreht werden und geriet zur Hommage an Gérard Philipe.

Quelle: http://www.cyranos.ch

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